Vorderer Rumpfbereich
Dieser Bereich des Rumpfes macht mir nun doch mehr Arbeit als ich erwartet hatte. Einmal, weil sich doch sehr viele Details am Original hier befinden und auch weil der Cockpitausbau sich wesentlich aufwändiger gestaltet als gedacht. Nun ja, da müss´ma durch!!
Zunächst wurde oberhalb der Türen die im Original vorhandene "Regenrinne" montiert. Zu diesem Zweck habe ich einen 2mm Aluminiumdraht in die richtige Form gebogen und mit Uhu Plus angeklebt. Den Klebstoff habe ich mittels einer kleinen Spritze mit Injektionsnadel aufgebracht, damit die zwischen Rumpf und dem runden Draht entstandene "Rinne" auch erhalten bleibt.

Die Regenrinne !!
Um an der Rumpfnase weiterarbeiten zu können, war es unbedingt notwendig, auch hier die Lackierung fertigzustellen. Zuvor wurde noch das CNC-gefräste Lüftungsgitter aufgeklebt und die Ausschnitte für die unteren Scheiben fertiggestellt. Vor dem Lackieren kommt aber bekanntlich das Abkleben und Verpacken.
Nachdem die Lackierung getrocknet war, konnte nun endlich die vordere Beleuchtungsanlage fertiggestellt werden. Direkt in der Rumpfnase wurden die beiden Reflektoren mit den superhellen weißen LEDs eingeklebt und verkabelt. In die Öffnung wurde der S-Profil Scheibengummi eingesetzt, und aus einer dickeren Transparentfolie wurden die Scheibe ausgeschnitten. Nach einigem Geschnipsel war es dann möglich, die Scheibe INNEN in das Profil einzusetzen. Damit ist die Scheibe versenkt in der Rumpfnase, und das sieht besser aus als wenn sie vorstehen würde.

Der Suchscheinwerfer wurde ebenfalls mit Reflektor, LED und Scheibe versehen und im Inneren die Anlenkung durch ein Mini-Servo realisiert. Ebenfalls an der Servoscheibe ist ein kleiner Mikroschalter angebracht, der den Scheinwerfer somit automatisch einschaltet, wenn dieser ausgefahren wird.
Später wird der Scheinwerfer noch eine Abdeckung bekommen, damit man die LED und das Kabel bei ausgefahrenem Scheinwerfer nicht mehr sieht. Der gesamte Bereich wird dann später vom Cockpitpilz überdeckt.
Nach längerer Überlegung wie wohl die Sitze am einfachsten und auch am leichtesten zu realisieren wären, habe ich beschlossen, diese aus Roofmate (so ähnlich wie Styropor aber nicht so grob in seiner Struktur) herzustellen. Dafür wurden zunächst Schablonen aus Sperrholz angefertigt, die der Form der Sitze bzw. der Polsterung entsprechen. Mit diesen Schablonen war es dann recht einfach, die Sitze bzw. Polster mittels Heissdraht auszuschneiden.
Natürlich ist die Oberfläche der Sitze noch nicht einwandfrei eben und es fehlt der Polsterung auch noch dieser "durchgesessen - Effekt", aber dies soll durch vorsichtiges Schleifen noch realisiert werden.

Hier die Schablonen für die Sitze und hier das ausgeschnittene Resultat
erste Anprobe nach dem groben Vorschleifen - lädt doch schon zum Sitzen ein !!
Damit die Sitze ihr originalgetreues Aussehen erhalten, müssen sie nun noch mit Stoff überzogen (gepolstert) werden. Nach gründlicher Suche hat sich sogar ein farblich der Originalpolsterung entsprechender Stoff bei den Altkleidern gefunden. So wurden aus einem alten Kinderpyjama wunderbare Sitzbezüge!!
Zunächst wurden an den Sitzlehnen zwei Schaumstoffstreifen aufgeklebt. Diese wurden an den Seiten noch angeschrägt, damit die Wölbung der Lehnen gut zur Geltung kommt, und dann mit dem Stoff überzogen. Dazu verwendete ich einen UHU-Stick Klebstoff, da dieser Lösungsmittelfrei ist und damit das Roofmate nicht angreift bzw. auflöst. Außerdem klebt er recht schnell und ist super einfach handhabbar.
Auf dieselbe Art wurden auch die Sitzunterteile und die Kopfstützen überzogen. Da die Sitzpolster und Kopfstützen diese Wölbung in der Polsterung nicht aufweisen, habe ich mir hier die Schaumstoffstreifen sparen können (der Heli hat hinten keine Sportsitze)!!

So sieht nun das Endergebnis aus. Die hintere Sitzbank ist fertig eingepasst - aber noch nicht montiert. Die Endmontage wird wohl erst nach dem Lackieren des Innenraums sinnvoll sein.
Eigentlich bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, wohl auch weil es viel Arbeit war. Insgesamt stecken in der Sitzbank doch ca. 6 Arbeitsstunden - allein 3 Stunden für das Überziehen mit Stoff.
Die Sitzschalen für Pilot und Copilot wurden ebenfalls aus Roofmate ausgeschnitten und in Form geschliffen. Dann mit sehr feinem Glasgewebe (25 g/m³) und Epoxydharz überzogen, um die empfindliche Oberfläche des Roofmate zu schützen.

Diese Sitzschalen sind im Original aus GFK oder Kunststoff und haben einen umlaufenden Wulst, um die Schale zu stabilisieren. Dieser Wulst hat mir lange Kopfzerbrechen bereitet - letztlich habe ich mich dafür entschieden, einen 2 mm starken Aluminiumdraht der Sitzkontur entsprechend zu biegen und mit dem Sitz mittels eingedicktem 5-min Epoxydharz zu verkleben. Die Sitzschale ist damit fertig vorbereitet, um lackiert zu werden.


Nun ist die Sitzschale bereits lackiert und die Polsterung mit Stoff überzogen. Der Copilotensitz muss erst noch auf die gleiche Weise fertiggestellt werden. Somit sind dann auch die vorderen Sitze für die nächsten Detaillierungen bereit. Die Gurte, Kartentasche, Feuerlöscher und Taschenlampe kommen noch!!
Verschlüsse (erste Versuche)
Damit die weiteren Teile des Helis noch lackiert werden können, müssen nun endlich die Verschlüsse fertiggestellt werden. Diese Arbeiten habe ich nun lange vor mir her geschoben ... hier die erste Idee ...

Verschlüsse (nicht Zinnsoldaten!!)
Schiebetüre und Türschloss
Die am Rumpf außen angebrachte Laufschiene und die Verbindung zur Türe wurde schon früher fertig gestellt. Nun muss aber noch die untere, im Innenraum befindliche Laufschiene realisiert werden.
Dafür habe ich ein Messing U-Profil verwendet, welches so gebogen wurde, dass sich die Türe beim Zuschieben mit Ihrer Vorderkante immer näher an den Rumpf anlegt und sozusagen "schließt". Das gebogene U-Profil habe ich dann noch rund die Hälfte seiner Höhe in die Bodenplatte eingelassen damit es optisch nicht so stark auffällt. An der Türe selbst wurde noch ein Messingplättchen mit einer M2 Inbusschraube angebracht. Somit kann nun der Kopf der Inbusschraube im Messingprofil gleiten. Um zu verhindern, dass der Schraubenkopf beim Öffnen oder Schließen aus der Führung springt, wird an der Oberseite der Türe noch ein Federstahldraht und ebenfalls eine Führungsschiene angebracht . Durch die Vorspannung des Drahtes wird nun der Schraubenkopf in das U-Profil gedrückt und damit gesichert - ebenso lässt sich aber die Türe dadurch auch leicht wieder aushängen.

Um die Schiebetüre an der Hinterseite am Rumpf zu halten, musste ein richtiger, funktionierender Türgriff entwickelt werden. Dieser wurde aus einem Messingrohr gebogen und besteht aus insgesamt 3 Teilen. Das kleine Röhrchen dient als Abstandhalter und wurde mit dem Griff verlötet. Das geschlitzte Außenrohr wird in die Türe eingeklebt, und mittels einer M2 Schraube kann nun der Türgriff bedient werden. Die ganze Konstruktion lässt sich recht schön im Türholm unterbringen und ist damit optisch sehr unaufdringlich. Von der M2 Schraube wird noch der Kopf abgeschnitten, und dadurch kann der verbleibende Gewindestift in einen Schlitz in der Rückwand des Cockpits einrasten.

Jetzt können die letzten Detailarbeiten an der Schiebetüre durchgeführt werden - und auch die innere und äußere Lackierung erfolgen.