Verkleben der Türen
Nach recht langen Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, die fertig angepassten Türaußenteile mit Kohlerowings zu verstärken und sogleich mit UHU Plus Endfest 300 mit den Türinnenteilen zu verkleben. Dazu wurden harzgetränkte Kohlerowings innen so aufgeklebt, dass sie genau in den Hohlräumen zwischen Innen- und Außenteil zu liegen kommen. Damit sind sie später nicht mehr sichtbar. Die so zusammengeklebten Türen wurden dann mit Hilfe von Klebeband und Klemmen am Rumpf montiert, damit die Türen während der Aushärtung in der richtigen Form gehalten werden. Natürlich mussten zuvor sämtliche Stellen, an denen die Türen den Rumpf berühren, mit Tixo abgeklebt werden, damit die Türen nicht versehentlich am Rumpf ankleben.
In dieser Position habe ich die Türen rund 1 Woche belassen, damit das Epoxydharz gut durchhärten kann.

Im nächsten Schritt werden nun alle 3 Türen (Anm. die 4-te ist nicht als öffenbare Türe ausgeführt) mit einer dünnen Schicht Primer überzogen, damit die Passstellen zwischen Türe und Rumpf besser zu sehen sind. Dort wo der Spalt der Türpassungen noch zu groß ist wird dann mit eingedicktem Epoxydharz noch etwas nachgearbeitet und geschliffen werden.
Für die Schiebetüre an der linken Rumpfseite muss nun noch die Laufschiene angefertigt werden. Nach den Erfahrungen mit der "kleinen" Ecureuil wird auch diese Laufschiene aus einem Messingblech und einem Messing-U-Profil hergestellt. Dazu wurde das U-Profil zunächst der Rumpfkontur entsprechend gebogen und dann - mit der offenen Seite nach unten - mit dem Messingblech verlötet. Damit die Türe nun ordentlich darin gleiten kann, wurde in die geschlossene Seite des U-Profils eine 2,2 mm breite Nut eingefräst. Am vorderen Ende wurde dann ein Messingrohr mit 4mm Innendurchmesser aufgelötet und bis zum U-Profil durchgebohrt. Dadurch kann nun eine M2-Schraube in der Schiene gleiten - und ganz vorne (wenn die Türe also geschlossen wird) kann sie in das Messingrohr hineinrutschen, und dadurch die Türe rumpfbündig anliegen. So ist auch beim Original die Funktionsweise der Schiebetüre.

Wenn dann noch das Loch für das Messingrohr in den Rumpf gebohrt wird, kann dann die Laufschiene am Rumpf mit UHU-Plus angeklebt werden. Als nächstes musste noch die Verbindung zwischen Türe und Laufschiene hergestellt werden.
Dazu wurde eine kleine Halterung aus Messing gelötet, die dann mit der Türe verschraubt und verklebt wird.

Damit das Ergebnis dann originalgetreu aussieht, wird diese Halterung mit eingedicktem 5-min Epoxydharz und Spachtelmasse so lange modelliert, bis es wie im Original wirkt.

Hier noch ziemlich im Rohzustand ... ... und hier schon fertig
Dasselbe Element der anderen Rumpfseite wurde aus Balsaholz "geschnitzt" und geschliffen weil diese Schiebetüre ohne Funktion ist und nur angedeutet wird. Nach dem Überziehen mit Porenfüller und Primer sieht die Halterung dann gleich aus wie die mit Funktion.
Kleiner Zwischenstopp mit Rückblick
So, nun kommt irgendwie schon Weihnachten mit riesigen Schritten auf uns zu und gleich danach ist das Jahr auch schon wieder zu Ende.
Also ist es an der Zeit sich einmal zurückzulehnen und das bisher Geschaffene zu betrachten und auf sich wirken zu lassen ...



Schön langsam nimmt der Heli nun Gestalt an.
Seit Anfang Juli dieses Jahres ist das Modell nun in Bau, und eigentlich kann man auf den Bildern absolut nicht erkennen, was da so viel Arbeit machen kann. Immerhin sind bisher in den 22 Wochen Bauzeit aber rund 400 Stunden investiert worden.
Endlich ist es mir gelungen, die Lackierung des Hecks (fast) fertigzustellen. Die noch weiße Abdeckung des Heckrotors bleibt vorerst unlackiert - bis der Heckrotor fix eingebaut ist. Dies kann aber erst nach Vorliegen der Antriebsmechanik und des Heckantriebsstranges geschehen.
Die Zierstreifen und die Kennung des Hubschraubers wurde in der Größe genau am Original abgemessen und maßstäblich verkleinert. Nachdem sich das Lackieren der Streifen und der Kennung bei meiner "kleinen" Ecureuil nicht besonders bewährt hatte, da das Abkleben über die Nieten nur sehr schwer bzw. unmöglich war, habe ich diesmal weiße Selbstklebefolie verwendet und die Streifen bzw. Kennung im CAD-Programm gezeichnet und am Schneidplotter ausgeschnitten. Die Folie lässt sich recht einfach aufkleben und ist so dünn und flexibel, dass darunter liegenden Nieten noch wunderbar zu Geltung kommen.
Am Höhenleitwerk habe ich auch schon die Scale-Beleuchtung eingebaut und die Verkabelung im Heckausleger verlegt - immerhin kommen hier 12 Kabel zum Einsatz - ein mächtiger Kabelstrang ist das, um jede LED einzeln anzusteuern!!
Die ersten Antennen habe ich auch noch schnell angefertigt, aber noch nicht endgültig fixiert, weil sie doch im Zuge der noch kommenden Manipulationen am Heli etwas gefährdet wären.
Auch gelernt habe ich etwas:
Aus anfänglich unerklärlichen Gründen habe ich am Übergang Heckausleger-Rumpf rundherum eine ca. 5 mm breite "Orangenhaut" in der Lackierung bekommen. Diese ist zwar so fein, dass es mir gar nicht gelungen ist, sie zu fotografieren, aber sie ist doch vorhanden und mit dem Auge sichtbar (auch nur aus einer Entfernung unter als 30 cm). Nach längerer Ursachenforschung bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass die blaue Lackierung (mit Härter, Verdünnung etc.) mit der schnell-schnell Lackierung mit dem gleichen Basislack reagiert hat, die ich ohne Zugabe von Härter gemacht hatte, um die Fehler in der Spachtelung besser zu erkennen. Also offensichtlich verträgt sich härterloser Basislack (auch wenn schon wochenlang getrocknet) nicht mit Basislack mit Härter ... wieder was gelernt. Alles in Allem ist dieser kleine Fehler aber nicht so schlimm und auch nur zu bemerken, wenn man ganz genau hinschaut.
Nun vom kurzen Rückblick zum Ausblick .....
Natürlich sind noch viele, viele Arbeiten notwendig, um den Heli fertigzustellen.
Als nächstes wird mit den Sitzen und Sitzbänken begonnen werden, welche ja allesamt selbst hergestellt werden müssen.
An den Türen ist noch viel Arbeit offen - an den Scheiben sowieso und die gesamten Schnallen und Verschlüsse diverser Deckel und Abdeckungen wollen auch noch naturgetreu nachgebildet und montiert werden. Ein besonderes Augenmerk möchte ich auch auf die Funktionsweise der Not-Abwurfvorrichtung für die Türen legen. Diese Abwurfeinrichtung soll nicht nur funktionieren wie im Original, sondern auch praktisch sein, damit man für Wartungsarbeiten im Cockpitbereich die Türen einfach aus- und wieder einhängen kann (die Türen in der Luft abzuwerfen habe ich definitiv NICHT vor). Dementsprechend hoch dürfte der Aufwand bei der Herstellung der Scharniere werden.
Weitere Detailarbeiten sind auch noch an der Rumpfnase zu machen. Neben dem Verspachteln und Schleifen der Nahtstelle müssen auch noch Scheibenwischer, Lüftungseinlass, Spiegel mit der kompletten Halterung und der Suchscheinwerfer etc. hergestellt werden.