Da das Modell selbstverständlich auch eine vorbildgetreue Beleuchtungsanlage erhalten wird, wurden jetzt schon alle Bohrungen in den Leitwerken für die LEDs und Kabeldurchführungen vorgesehen. Zur Beleuchtungsanlage selbst kommen wir später noch genauer zurück.
Als nächstes wurden die Nahtstellen der Seitenleitwerke und des Höhenleitwerks sowie der Abdeckung des Heckantriebstunnels mit weißem Primer (Filler) gespritzt, um etwaige Einschlüsse und kleine Löcher besser sichtbar zu machen. Die Teile wurden so abgeklebt, dass lediglich ein ca. 5 mm breiter Streifen über die Nahtstellen gespritzt wurde. Dies spart einerseits Material bzw. Gewicht und andererseits sind die GFK-Oberflächen zu 90 % so makellos, dass ein komplettes Primern bzw. Fillern nicht mehr notwendig ist.
Natürlich mussten einige Stellen der Trennnaht noch nachgespachtelt und geschliffen werden, um wirklich eine "unsichtbare" Nahstelle zu erhalten. Da das gesamte Modell NICHT mit einem Grundierungslack versehen werden soll, muss darauf geachtet werden, dass die Nahtstellen vor der Lackierung mit dem Basislack ausreichend mit weißem Filler überdeckt sind, damit die dunklere Nahtstelle später nicht durch den Basislack durchscheint.
Sicher wäre es möglich, das gesamte Modell mit einem Grundierungslack zu spritzen, jedoch bringt dies meiner Meinung nach nur Mehrgewicht und die feinen Nieten und Blechstöße des Rumpfes würden mit jeder unnotwendigen Lackschicht unschärfer werden.
Nach dem nassen Überschleifen aller Teile mit Scotch Brite grau sind die Teile bereits fertig für die Lackierung. Leider steht mir keine Lackierkabine zur Verfügung, sodass sich in der Vergangenheit die Lackierung von "kleinen Häppchen" - d.h. alle Teile einzeln und nacheinander - als beste Vorgangsweise herausgestellt hat. Als Lack verwende ich nur hochwertige Acryl 2-Komponenten Lacke aus dem Bereich der professionellen Autolackierer, erreiche aber aufgrund der ungünstigen Lackierbedingungen (Anm.: und auch fehlendes Können !!) leider keine so perfekten Oberflächen wie z.B. die Motorhaube meines Autos. Naja, aus 1 Meter Entfernung fällt das dann nicht mehr auf.
Beleuchtungsanlage (erste Teile)
Die gesamte Beleuchtungsanlage der Ecureuil umfasst folgende Positionen:
Anti Collision Light - ROT blinkend - oben auf dem Seitenleitwerk
Taillight - WEISS leuchtend - Heckausleger ganz hinten u. nach hinten leuchtend
Position Light - GRÜN leuchtend - rechts am Höhenleitwerk
Position Light - ROT leuchtend - links am Höhenleitwerk
Strobe Lights - WEISS blinkend - rechts und links am Höhenleitwerk
Taxi Light - WEISS leuchtend - in der Rumpfnase
Landing Light - WEISS leuchtend - in der Rumpfnase
Suchscheinwerfer ausklappbar - WEISS leuchtend - Rumpfunterseite im Bereich der Nase
Blaulicht - BLAU blinkend - hinterer Rumpfbereich unter dem Ansatz des Heckauslegers
Zuerst wurde mit dem Taillight, welches weiß nach hinten leuchtet, begonnen. Hier kommt eine superhelle, weiße LED zum Einsatz, für die noch eine Fassung und eine Abdeckung gebaut werden muss. Die Fassung besteht aus einem einfachen Kunststoff-Drehteil auf welches die selbst tiefgezogene Lampenabdeckung gesteckt und verklebt wird. Als Tiefziehwerkzeuge wurden ein Bohrer, eine alte defekte 10mm Jumbo-LED, ein Sperrholzbrettchen mit 12 mm Loch und ein kleines Stück tiefziehfähiges Material verwendet.

Tiefziehwerkzeug und Ergebnis
Als nächstes wurden das ACL am Seitenleitwerk und die Positionlights / Strobes am Höhenleitwerk eingebaut.
Für das ACL am Seitenleitwerk wird eine 4,5 V Mini-Glühlampe verwendet, da die "Rundumwirkung" der LED bekanntlich sehr schlecht ist. Die Glühlampe wird in der roten Abdeckung - die sich in zufällig passender Größe in der "Gerümpelkiste" gefunden hat, mit etwas Heißkleber fixiert und ist schnell fertig für den Einbau.
Die Pos.lights / Strobes sind etwas aufwändiger herzustellen. Dazu wurde die Halterung für die LED aus Kunststoff aus dem Vollen gefräst, gebohrt und auf Form geschliffen. Um ein Durchscheinen der LED zu verhindern wurden diese Halter zunächst schwarz lackiert, dann weiß als Grundierung und dann in der Originalfarbe. Nachdem der Lack getrocknet war, konnten bereits die LED eingesetzt werden.

v.l.n.r. Taillight, 2 x Pos.light/Strobes und ACL
Damit die Pos.lights auch im ausgeschalteten Zustand rot bzw. grün sind, wurden die klaren LED mit sog. Window-Color überzogen. Das rote Pos.light schaut auf dem Bild noch etwas himbeerfarben aus und das Grün ist noch sehr matt, weil die Farbe zum Zeitpunkt des Fotos noch nicht getrocknet war. Im Endergebnis präsentiert sich die Oberfläche aber dann schön glänzend.
Pos.light/Strobes und Taillight fertig verkabelt
Erste fertige Teile
Lange habe ich es nicht ausgehalten - die blanken GFK-Teile sollten schon möglichst rasch eine schöne Farbe bekommen.
Nachdem die Seitenleitwerksteile für die Lackierung vorbereitet waren, ging´s gleich ans Lackieren. Zuerst der weiße Streifen, dann die roten Streifen und zuletzt blau. Zuvor wurde jeweils die zu lackierende Stelle mit einem transparenten Kunststoff-Haftgrund vorlackiert und dann nach ca. 10 min. Ablüftzeit lackiert. Auf Empfehlung eines Profi-Lackierers habe ich noch einen Schuss Weichmacher in die Lacke gegeben, um spätere Spannungs- bzw. Bewegungsrisse im Lack zu vermeiden.
Wenn man das Original bzw. besser mehrere davon nebeneinander genau betrachtet, wird man feststellen, dass die Farben nicht immer gleich sind. Meine Recherchen haben jedoch ergeben, dass eigentlich folgende Farben eingesetzt werden:
BLAU = RAL 5010 "Enzianblau"
ROT = RAL 3020 "Verkehrsrot"
WEISS = RAL 9016 "Verkehrsweiß"

Die fertigen Seitenleitwerke