[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20]
Hier sollen die Baustufen in der Verwirklichung des Projektes ECUREUIL AS 350 "Police India" 2004 festgehalten werden. Das Original ist für das Österreichische Bundesministerium für Inneres, Bereich Flugpolizei im Einsatz und an der Flugeinsatzstelle des BMI in Innsbruck stationiert.
Das Original - so soll das Ergebnis im Maßstab 1:4,85 dann aussehen.
Anlässlich des Flugtages in St. Johann 2004 hatte ich den ersten Prototyp dieses Rumpfes gesehen und recht schnell entschieden, dass diese Maschine der Nachfolger für meine BK 117 mit Turbine sein wird.
Nachdem gerade die "kleine" Version der Police India in Form eines veränderten Rumpfes der Vario-Ecureuil fertiggestellt wurde, war es fast notwendig dieses Projekt als Großmodellhubschrauber mit dem in der BK 117 bereits bewährten Turbinenantrieb nochmals zu wiederholen.

Vario Ecureuil AS 350 - OE-BXI "Police India"
Da einige Arbeiten an diesem neuen Modell parallel erfolgen werden, wird dem aufmerksamen Leser wahrscheinlich der berühmte "rote Faden" durch den Baubericht fehlen. Dies ist aber leider nicht anders möglich - wenn der Bericht mit dem Modell wachsen soll. Während andere Teile trocknen oder gerade geklebt werden, wird also schon an anderer Stelle des Modells mit Zubehör oder Scaleteilen begonnen werden.
Das
Original:
Die
AS 350 Ecureuile stammt ursprünglich von der Firma Aerospatiale und wurde als
Nachfolgemodell für die bekannten Mehrzweckhelikopter Alouette II (Lama) und
Alouette III entwickelt. Der erste Prototyp flog bereits 1974 und 1977 wurde die
Typengenehmigung erteilt. Anfänglich wurden 2 verschiedene Typen produziert. Für
den nordamerikanischen Markt die mit einem Avco Lycoming Triebwerk ausgerüstete
AS 350 D „A-Star“ oder „Squirrel“ und für die restlichen Märkte die
mit einer Turboméca Turbine ausgestattete AS 350 B „Ecureuil“.
Aerospatiale war ein französisches Luft- und Raumfahrtunternehmen, das in erster Linie sowohl zivile wie auch militärische Hubschrauber herstellte. Das Unternehmen wurde 1970 aus den staatlichen Unternehmen Sud-Aviation, Nord-Aviation and Societé d'Etudes et de Réalisation d'Engins Balistiques (Sereb) gegründet. Im Jahre 1992 vereinigten die DaimlerChrysler Aerospace AG (DASA) und Aerospatiale ihre Helikopter Unternehmensbereiche und formten die Eurocopter Gruppe. Im Jahre 1999 fusionierte Aerospatiale mit der Matra High Technology Group und es entstand das Unternehmen Aerospatiale-Matra. Am 10. Juli 2000 entstand aus der Fusion der deutschen DaimlerChrysler Aerospace AG, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen CASA die EADS (European Aeronautic Defence and Space Company EADS N.V.) mit Sitz in den Niederlanden.
Die EADS ist das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen in Europa und
das zweitgrößte weltweit.
Technische
Daten:
Rotordurchmesser:
10,69 m
Länge:
10,93 m
Höhe:
3,14 m
Leergwicht:
1.108 kg
max.
Abfluggewicht 2.200 kg
Höchstgeschwindigkeit 287 km/h
Triebwerk: 1 Turboméca Arriel 1D Turbine mit 694 PS
Besatzung in Exekutivausführung: Pilot + 5 Pers.
Der Lieferumfang:
Am 10. Juli 2004 war es dann endlich soweit und ich konnte den Rumpf von Hugo Markes in Empfang nehmen. Wie es sich gehört, wurde zunächst der "Lieferumfang" gründlich in Augenschein genommen und festgehalten.
Alle wesentlichen Teile sind in sehr guter Qualität geliefert. Besonders auffällig ist jedoch die Detaillierung des Rumpfes mit sämtlichen am Original vorhandenen Nieten, Blechstößen, Deckeln etc.

Diese Detaillierung bedeutet für den Scale-Modellbauer zwar einerseits eine erhebliche Zeitersparnis, andererseits jedoch einen erhöhten Aufwand beim Schleifen der GFK-Teile, da man nicht einfach mit dem Schleifpapier über die gesamte Maschine gehen kann.
Aufgrund der Erfahrungen beim Bau der "kleinen" AS 350 wird der Scale-Bau dieser Maschine auch "von hinten nach vorne" erfolgen, d.h. dass sämtliche Bauteile mit dem Heck beginnend Scale gebaut und ausgebaut werden. Diese Vorgangsweise unterscheidet sich zwar von den oft gebräuchlichen Bauweisen, bei denen zumeist die Modelle erst nach den ersten Testflügen ausgebaut bzw. lackiert werden, jedoch kann man bei dieser Vorgangsweise das Modell von Woche zu Woche "wachsen" sehen, und das erfreut das Herz des Scalers doch erheblich. Kleine Nachteile im Handling werden dann gern in Kauf genommen. Dies ist jedoch meine eigene Meinung dazu und sicher nicht als üblich oder notwendig zu betrachten.
Natürlich verlangte das Modellbauerherz zunächst, dass das Modell in seiner gesamten Dimension betrachtet werden kann, und so wurden daher zuallererst die Aufnahme für das Kufenlandegestell und die Spanten für den Heckausleger sowie die Hauptspanten für die Mechanik eingeharzt. Im Nachhinein betrachtet hätte ich jedoch zuvor die Reste des Trennmittels mit reichlich Wasser von den GFK-Teilen abwaschen sollen - es wäre ohne die eingeklebten Holzspanten einfacher gewesen.


Hier sind nun die Gesamtausmaße des Modells gut ersichtlich:
Länge: 2230 mm
Höhe: 540 mm
Breite: 375 mm (Kufenbreite 500 mm)
Zuerst wurden die Seitenleitwerke in Angriff genommen. Da beim Original die Seitenleitwerke "aufgesetzt" und nicht stumpf am Rumpf enden, wurde sowohl das obere als auch das untere SLW mit CFK-Rohren als Holm versehen, welche in weiterer Folge im Rumpf eingeharzt werden und damit der im Original vorhandene Spalt zwischen Rumpf und SLW nachgebildet wird. Die SLW wurden mit den nötigen Bohrungen versehen und das 6 mm bzw. 8 mm starke CFK-Rohr wurde am oberen und unteren Ende der SLW mit UHU-Plus (mit Baumwollflocken als Verdickungsmittel) eingeharzt.

Beim Höhenleitwerk, welches beim Original "durchgesteckt" ist, wurden zwei kleine Spanten aus 4 mm starkem Pappelsperrholz gefertigt, und die Öffnungen im Heckausleger mit ca. 1 mm Übermaß ausgeschnitten. Diese Arbeit war aufgrund der Dicke des GFK-Materials durch die Anformung der HLW-Aufnahme trotz Dremel-Einsatzes recht mühsam. Unter Einsatz kleiner Abstandhalter aus Balsa wurden dann die Spanten mittels des HLW im Heckausleger mit 5-min. Epoxydharz fixiert und nach Entfernen des Höhenleitwerks endgültig mit UHU-Plus eingeharzt.
